Die Biotechnologie an sich teilt sich in mehrere Bereiche. Einer davon ist die medizinische Biotechnologie. Sie wird auch als rote Biotechnologie bezeichnet. Entstanden ist sie im Grunde genommen mit der Entdeckung des menschlichen Erbguts in Form von Genen. Das Genom, welches die Gesamtheit aller Gene darstellt, ist ein wichtiger Forschungsbestandteil. Daraus leitet sich auch die Forschung im Bereich des Proteoms, also der Gesamtheit aller Eiweiße ab. Denn Gene produzieren Eiweiße und zu wissen, welche Gene welche Eiweiße produzieren, kann den Forschern in der Biotechnologie helfen, neue Therapien, Medikamente oder Impfstoffe zu entwickeln.
Die Genetik geht dabei sogar soweit, dass anhand bestimmter vorhandener Gene schon bei Kleinkindern gezeigt werden kann, ob diese einmal einen genetischen Schaden haben werden. Sogar im Mutterleib ist eine solche Untersuchung in bestimmten Bereichen bereits möglich. Bei Risikoschwangerschaften gehören entsprechende Untersuchungen, ebenso wie Berechnung des Geburtstermins schon zum Standard. Letzteren kann man dank Geburtsterminrechner, der im Internet gratis zur Verfügung steht, zwar auch selbst berechnen, genauer ist aber die Aussage vom Frauenarzt.

Foto: © /Knipsermann pixelio.de
Mit Biotechnologie neue Therapien entwickeln
Schaut man sich die Anwendungsgebiete der roten Biotechnologie genauer an, so wird schnell deutlich, dass sich diese mit der Herstellung von Medikamenten und Arzneimitteln besonders stark beschäftigt. Allerdings geht es hier nicht nur um die synthetische Herstellung dieser Medikamente. Denn vielfach kann man eine chemische Zusammensetzung gar nicht entwickeln, da nur lebende Organismen bestimmte Stoffe herstellen können. Diese können dank der Biotechnologie und der Genetik aber genetisch so verändert werden, dass sie die benötigten Stoffe in genau der richtigen Mischung und Konsistenz herstellen. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist das Insulin, das für Diabetiker unverzichtbar ist und durch lebende Organismen hergestellt wird.
Aber auch viele andere Krankheiten werden dank der Biotechnologie genauer erforscht. Wer beispielsweise unter einer Fehlsichtigkeit leidet und sich deshalb Sehhilfen bei misterspex.de bestellen muss, der könnte von den Forschungen der Biotechnologie profitieren. Gleiches gilt für unzählige andere Krankheiten. Wird erkannt, dass diese durch genetische Mutationen oder andere Veränderungen bzw. Fehler in den Genen entstehen, können die Wissenschaftler nicht mehr nur die Symptome bekämpfen. Das war zwar bisher schon möglich, doch können mit Hilfe der Erkenntnisse aus der Biotechnologie auch die Ursachen bestimmter Erkrankungen bekämpft werden. Eine ganzheitliche Therapie wird also letzten Endes angestrebt, die dem Menschen insgesamt besser helfen soll.
Die rote Biotechnologie ist wirtschaftlich bedeutend
Auch in der Wirtschaft nimmt die medizinische Biotechnologie einen hohen Stellenwert ein. Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller beispielsweise gibt an, dass biotechnologisch hergestellte Medikamente in Deutschland alleine im Jahr 2008 einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro erzielten. Das sind immerhin 16 Prozent des Gesamtumsatzes in diesem Jahr. Durch die biotechnologisch hergestellten Medikamente können Impfstoffe entstehen, aber auch Patienten, die unter chronischen, sehr seltenen oder schweren Erkrankungen leiden, lassen sich mit den so hergestellten Medikamenten noch besser behandeln. Damit zeigt sich, dass Deutschland im Bereich rote Biotechnologie der zweitgrößte Produzent ist. An der Spitze stehen einmal mehr die USA, wie in so vielen anderen Bereichen auch. Insgesamt ist die rote Biotechnologie also ein wichtiger Wirtschaftszweig, der noch dazu viele Leiden der Menschheit zu lindern vermag.